Urlaub Riesengebirge

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Das Riesengebirge – Rübezahls verlorenes Reich
Landschaft im Riesengebirge

Spindleruv Mlyn © Ondravojta | Dreamstime.com

Mythen und Legenden ranken sich um das höchste und größte Bergmassiv Böhmens, dessen Hauptkamm sich in einer Länge von 36 km entlang der polnischen Grenze hinzieht. Lange Zeit stand das Riesengebirge (Krakonos) im Ruf der Unnahbarkeit, Nährboden für allerlei phantastische Geschichten. Die bis heute bekannteste Sagengestalt ist Rübezahl (Krakonos), der Herr der Berge, dessen Wohltaten und Streiche in schriftlicher Form erstmals im 17. Jh. in der „Daemonologia Rubinzalii Silesi“ des Leipziger Magisters Johannes Praetorius festgehalten wurde.

100 Jahre später fasste der Weimarer Gymnasialprofessor Karl August Musäus die Legenden in seinen „Volksmärchen der Deutschen“ poesievoll zusammen und beschrieb den Berggeist begeistert. Inzwischen müsste Rübezahl um sein verlorenes Paradies trauern, dem Massentourismus und Umweltsünden übel zugesetzt haben.

Im Jahr 1963 erfolgte jedoch die Schaffung des Nationalparks Riesengebirge mit einer Kernzone von 363 km² und weiteren 184 km² Schutzzone. Dass das Heer der Wanderer – das Limit der Belastungsfähigkeit ist durch den Bau immer neuer touristischer Einrichtungen längst erreicht – unwiederbringliche Schäden anrichtet und manche Gebiete zur Regenerierung auf Jahre gesperrt werden müssen, steht auf einem anderen Blatt.

Wandern im Riesengebirge

Das Riesengebirge und seine Ausläufer eignet sich hervorragend für längere Touren und Wanderungen, die sich je nach Zeit, Wetter, Lust und Laune auch über zwei Tage erstrecken können. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in allen genannten Orten. Abstecher führen in das bekannte Wintersportzentrum Spindleruv Mlyn, Spindlermühle, und in das kleine Bauerndorf Pecka mit einer interessanten Burg. Das Naturerlebnis steht jedoch im Vordergrund, die kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten lassen sich gleichsam im Vorbeifahren absolvieren.

Nicht erst in den vergangenen Jahren hat sich das von Nadelwäldern umgebene Bergstädtchen Harrachov, 680 m hoch, im Tal der Mumlava am westlichen Eingang zum Riesengebirge und nur wenige Autominuten vom Grenzübergang zu Polen entfernt, zu einem der bedeutendsten Fremdenverkehrszentren des Landes entwickelt. Ehe die Touristen in Scharen kamen, lebte die Bevölkerung vorwiegend von der 1712 errichteten Glashütte.

Skirulaub

Im Riesengebirge stehen Langlauf-Loipen, Sprungschanzen und Abfahrtspisten aller Schwierigkeitsgrade mit entsprechenden Aufstiegshilfen den Freunden des Weißen Sports zur Verfügung. Vor allem der Skipark Malá Úpa, der Skipark Mlade Buky und der Skipark Prkenný Dul sind äußerst empfehlenswert.

Vrchlabí, einst Holzfäller- und Bergbausiedlung, heute ein Industriestädtchen, wartet am Markplatz mit einem hübschen Rennaissance-Rathaus. Wunderschön ist auch die Edelsteinschleifer-Stadt Turnov. Alte Schmuckstücke findet man im Museum des Böhmischen Paradieses.